Im Frühjahr 2023 aberkannte das Bundesarbeitsgericht in Erfuhrt Yoga Vidya den Religions- und Weltanschauungsstatus. Darauf schrieb ich einen offenen Brief an den vorsitzenden Richter. Da ich diesen Brief in meiner Begründung zur Eingabe erwähne, mache ich diesen hier auch zugänglich:
Wellheim 6.8.2023
Offener Brief an Herrn Heinrich Kiel, vorsitzender Richter des 9. Senats des Bundesarbeitsgerichtes Erfurt, wegen des Urteils, Yoga Vidya sei keine religiöse Gemeinschaft.
Sehr geehrter Herr Kiel,
Ihr Urteil zu Yoga Vidya, in dem Sie dieser spirituellen Gemeinschaft den Religions- und Weltanschauungsstatus absprechen, habe ich sogleich als ungeheuerlich empfunden und mich nur gewundert, warum kein Aufschrei durchs Land ging; warum die Medien diesen Skandal nicht aufgriffen und durchs Land jagten.
Aber natürlich, wer kann schon meine Erfahrungen nachvollziehen, der ich bereits 1988 aus der katholischen Kirche ausgetreten bin und 2008 heil froh war, eine so offene und reine spirituelle Gemeinschaft wie Yoga Vidya gefunden zu haben. Viele Jahre habe ich Pilgerstätten wie Rom, Lourdes, Fatima und auch anderer Religionen besucht und bin 2014 zur Erkenntnis gekommen, dass die spirituelle Strahlung bei Yoga Vidya nach nur kurzer Zeit, größer ist als bei diesen teilweise Jahrhunderte alten heiligen Orten. Yoga Vidya in Bad Meinberg müsste man also mit Fug und Recht als spirituelles Zentrum Europas bezeichnen, ein Juwel, auf das Deutschland stolz sein kann.
Und nun kommt so ein Richter, noch schlimmer, ein ganzer Senat in dritter Instanz, und tut so, als wäre Yoga Vidya aus irgendwelchen Gründen minderwertig und müsste sich ändern, um den Ansprüchen unseres Grundgesetzes für Religionsgesellschaften zu genügen. Wo steht im Grundgesetz irgendetwas von einem Mindestmaß an Systembildung und Weltdeutung? Wenn irgendetwas zum Thema Religion aus dem Grundgesetz herauszulesen ist, dann das, dass sich nicht Unberufene über den Glauben und die Weltanschauung anderer zu Gericht setzen sollten, insbesondere keine deutschen Richter, die genügend Beweise geliefert haben, zu welchen niederträchtigen Urteilen gegen Religionen und Weltanschauungen sie fähig sind! Genau das sollte durch das Grundgesetz verhindert werden und das missachten Sie. Wer und mit welcher Kompetenz soll denn bestimmen, wann diese Mindestmaße erreicht sind und wann nach Ihrer Ansicht konkret und wie messbar sind sie erreicht?
Wie viele spirituelle Übungen machen Sie am Tag und wie lange schon? Welcher Religion gehören Sie an? Oder welche andere spirituelle Qualifikation können Sie vorweisen, dass Sie sich herausnehmen, über religiöse Themen zu urteilen, wo das GG eigentlich nur sagt, da soll sich niemand einmischen?!
Wie definieren Sie eine Weltdeutung und Systembildung im Sinne des Grundgesetzes, die zum Religionsstatus qualifizieren? Wohl in Form irgendeines Katechismus oder eines heiligen Buches (Man hüte sich vor den Leuten, die nur ein Buch gelesen haben oder als heilig anerkennen!) und einer hierarchischen Struktur, wo jeder weiß, wie viel Ungutes mit hierarchischen Strukturen einhergeht.
Ist die oberste Zielsetzung unseres Grundgesetzes nicht der Frieden in der Welt (vgl. Präambel)? Und warum soll dann eine Religion oder spirituelle Organisation, die am meisten dahin ausgerichtet ist, durch ihre Offenheit und Inklusion aller anders Glaubenden, der Menschen- und Völkerverständigung zu dienen, keine Ungläubigen oder Heiden kennt, an etwas kranken und nicht im Sinne unseres Grundgesetzes eine Religion und förderungswürdig sein. Wohl weil man bei Yoga Vidya erkannt hat, dass es eine Unzahl von heiligen Schriften gibt, die es wert sind Beachtung zu finden und gegenüber denen Bibel, Koran und andere sehr alt und minderwertig aussehen? Haben Sie schon mindestens zwei dieser heiligen Schriften gelesen?
Andere Gruppierungen, die aufgrund ihrer überheblichen Alleinseligmachendansprüche und teilweise extrem verkorksten Lehren, damit im Grund dem Hauptziel unseres Grundgesetzes entgegenstehen, weil sie auf Zwietracht, Misstrauen, Verachtung der Gruppierung nicht Angehörenden, Trennung und den daraus resultierenden oft schon erlebten kriegerischen Konflikten gebürstet sind und wo Materialismus und Politik die Spiritualität weitgehend ersetzt haben, sollen mehr einem Ideal unseres Grundgesetzes entsprechen? Das kann ich nicht glauben!
Man stelle sich vor, wir haben in Deutschland endlich eine Religion oder Weltanschauung, (es ist mir egal wie man das nennt, es ist gelebte Spiritualität, der ich mich anschließen kann und mich interessiert gar nicht, welche Satzung/Weltdeutung und Systembildung die haben, ich habe meinen ganz eigenen Glauben, den ich mir von niemandem verbiegen lasse, und es ist schön, dass das bei Yoga Vidya gar nicht versucht wird! Und das passt Ihnen wohl nicht, Herr Kiel?), die offen ist und allen denen ein Zuhause geben kann, die sich in den hergebrachten Strukturen der Großreligionen nicht mehr beheimatet fühlen (und nichts ist natürlicher als das, weil im Grunde jeder Mensch, der ein ausreichendes spirituelles Selbstbewusstsein aufweist, seine eigene Religion hat, weil jeder Mensch seine eigene individuelle und einzigartige, sich entwickelnde Beziehung zu Gott, oder wie immer man das nennen will, hat, immer auf der Suche nach einem tieferen Verständnis ist und Yoga Vidya bietet hierzu ein erfreulich breites Angebot, das Sie in Ihrer Borniertheit als einen Makel bzw. „Gemischtwarenladen“! ansehen!), weil diese Dino-Religionen zu ausgrenzend, beschränkt, dogmatisch, menschen- und völkerentzweiend, meist hierarchisch sind und viel mehr Sektencharakter aufweisen als Yoga Vidya, und jetzt kommt so ein deutscher Richter, der im Namen des Volkes und im Namen des Grundgesetzes sein Urteil spricht und verkündet, dass diese ausgrenzenden, beschränkten, dogmatischen und damit hassenden und kriegstreiberischen Religionen (vgl. orthodoxe Kirche Russlands heute noch!) das Maß aller Dinge seien und Yoga Vidya müsse sich in Richtung von mehr Hass und Ausgrenzung anpassen, um als Religion gelten zu können?!
Bitte erklären Sie mir, warum Sie als deutscher Richter, der eigentlich auf dem Boden des deutschen Grundgesetzes (das eindeutig friedens- und völkerverständigungsgepolt ist) stehen sollte, von einer nahezu hierarchielosen und damit auch nicht mit den vielen Mängeln von Hierarchien belasteten Religion oder Weltanschauung wie Yoga Vidya sie vertritt, Änderungen in Richtung von mehr Systembildung (doch wohl in Form von mehr Hierarchie) und Weltdeutung (welche, in welcher Form? Da Yoga Vidya hinsichtlich dessen bereits weitgehend mit weitem Abstand das Non-plus-Utra darstellt) mehr Hass und Ausgrenzung einfordern, während Sie von anderen sogenannten Religionen, die aufgrund ihres Alleinseligmachendanspruchs und anderen Grundkonstitutionen, wo Systembildung in Form von Hierarchien und Weltdeutung in Form von Dogmen und Glaubensvorschriften sehr viele negative Erscheinungen nach sich ziehen, manche extrem ausgrenzen, Nicht-Anhänger verachten, teilweise als todes- und sklavenwürdig ansehen,und damit eindeutig dem übergeordneten Ziel des Grundgesetzes von mehr Frieden auf unserer Welt, Freiheit und persönlicher Entfaltung und sogar diversen Strafrechtsbeständen unseres Landes entgegen stehen, nichts einfordern?
Sie zwingen damit Yoga Vidya, ihre Satzung downzugraden (damit ist Yoga Vidya auf Ihren Anstoß hin gerade beschäftigt, wie pervers ist das?). Wann zwingen Sie die Dino-Religionen ihre auf Hass, Ausgrenzung und teilweise sogar auf Mord gebürstete Verfassungen upzugraden?
Müssen Religionen im Europa des 21. Jahrhunderts wirklich, um im Sinne des Grundgesetzes als Religionen anerkannt sein zu wollen, ausgrenzen und hassen und wuchtige Systeme aufbauen, oder wäre es nicht vielmehr an der Zeit, dass deutsche Gerichte im Sinne von mehr Frieden und Völkerverständigung und Selbstbeststimmung des Einzelnen von allen anderen möchtegern Religionen mit einer gesetzten Frist einfordern, dass sie sich an Yoga Vidya ein Beispiel nehmen, hinsichtlich Offenheit, Inklusion und Würdigung jedes Menschen, seiner Breite an Weltanschauung bzw. -deutung und Religionsverständnisses, um ihnen anderenfalls den Religionsstatus abzuerkennen?
Immer mehr Menschen in diesem Land treten aus den Kirchen aus, aus Ihrem „Mindestmaß an Systembildung und Weltdeutung“, das sie nur noch als übergriffig und heillos dogmatisch empfinden. Die meisten von diesen sind nicht weniger, sondern noch mehr religiös (zurückgebunden an eine höhere Wahrheit) als zuvor. Wo sollen diese eine religiöse Heimat finden, wenn die Dinoreligionen für sie nicht mehr in Frage kommen und die deutschen Gerichte auf die Auslöschung von modernen Formen der Religiosität wie Yoga Vidya es vorlebt, hinarbeiten?
Ich habe selbst oft als Mithelfer für Kost und Logis bei Yoga Vidya mitgearbeitet und habe mich immer reichlich beschenkt gefühlt. Stets habe ich mich daran gestört, dass es dort leider auch normal bezahlte Mitarbeiter gibt, weil diese eine ganz andere Geisteshaltung und Schwingung mitbringen und im Grunde einen Störfaktor darstellen. Wer sich nicht durch das spirituelle Angebot und die Spiritualität in der Gemeinschaft und diesen Orten ausreichend entschädigt fühlt, der hat dort in meinen Augen gar nichts verloren, ist an der falschen Stelle (was natürlich aufgrund verschiedener Zwänge dennoch nicht zu vermeiden und manchmal notwendig ist). Auch die beiden Damen hätten sicher nicht so lange bei Yoga Vidya für das Taschengeld gearbeitet, wenn sie zu der Zeit, als sie dort arbeiteten, die Vergütung nicht als gerecht empfunden hätten! Dass bei Yoga Vidya nicht alles perfekt ist, weil hier in einer inzwischen ziemlich großen Organisation unvollkommene Menschen miteinander arbeiten und dass es daher immer wieder zu gefühlten Ungerechtigkeiten kommt, ergibt sich aus der Natur der Sache. Dass Sie sich aber zum Handlanger eines offensichtlichen verspäteten Racheaktes machen, disqualifiziert Sie zusätzlich.
Sie haben scheinbar nicht erkannt, dass sich Spiritualität, Formen der Spiritualität und damit auch die Formen von Religionsgemeinschaften weiterentwickeln, auch nicht, wie wichtig spirituelle Organisationen wie Yoga Vidya als ganzheitliche Religion, die nicht nur die Seele wie üblicherweise die Dinoreligionen anspricht, sondern Körper, Geist und Seele und damit eine Gesundheitswirkung mit sich bringt. An mir selbst und an vielen anderen habe ich beobachtet, welche Gesundheitswirkungen auf allen Ebenen des Seins von Yoga Vidya ausgehen. Diese Gesundheitswirkungen könnte sich unser Gesundheitswesen und vor allem viele Menschen in unserem Lande zu Nutze machen, wird jedoch schändlicherweise kaum staatlich gefördert und in Anspruch genommen! Bitte tun Sie etwas dafür, dass sich das ändert!
Der schrittweise Austausch der Dinoreligionen durch ganzheitliche und offene Religionsgemeinschaften wie Yoga Vidya wäre wichtig für unser Land und die Welt insgesamt oder wie meinen Sie, dass wir einmal Weltfrieden erreichen sollen, solange da noch diese manisch hypnotisierenden Ungetüme etwas zu sagen haben, die jedes behauptet nur sie alleine führten zur Seligkeit!? Mit Ihrem Urteil wirken Sie im Moment darauf hin, dass bei Yoga Vidya bedauerlicherweise mehr Materialismus und mehr Einseitigkeit einziehen, und Sie bilden sich vielleicht sogar ein, eine spirituelle Organisation mit nur noch Störfaktoren hätte irgendeinen Sinn?
Sie besitzen entweder keinerlei Verständnis für die Sachlage, wissen nicht, um was es bei echter Spiritualität und Religion geht, und maßen sich trotzdem an, über eine Organisation wie Yoga Vidya zu urteilen. Oder sie sind befangen, weil sie aufgrund ihrer eigenen religiösen Orientierung nicht offen für moderne Formen der Religiosität sind. Oder Sie sind sogar von Neid und Hass zersetzt, weil Sie wegen des erfreulichen Erfolgs dieser Organisation um die Existenz Ihres eigenen religiösen Vereins, der ganz bestimmt Yoga Vidya vom Gesichtspunkt wahrer Spiritualität her nicht das Wasser reichen kann, fürchten.
In meinen Augen sind Richter wie sie an einem deutschen Gericht nicht tragbar!
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Prokop
P.S.: Warum greifen Sie und andere Deutsche Gerichte nicht insbesondere in einem eklatanten Fall von Gruppierungen ein, die für sich den Religionscharakter in Anspruch nehmen, obwohl sie einen Kinderschänder, Vergewaltiger, Sklavenhalter und -händler, Räuber, Mörder, Auftragsmörder, Massenmörder, Lügner, Betrüger und unverbesserlichen Kriegstreiber, der die Menschheit in privilegierte Gläubige und minderwertige Ungläubige aufteilt, und Frieden auf der Welt erst dann als erreichbar ansieht, wenn alle ohne Ausnahme auch mit gewaltsamen Mitteln in seinen primitiven barbarischen Glauben gezwungen wurden, als nachahmenswerte Idealgestalt (sogar als den besten aller Menschen) verehren, selbst, wenn diese nachzuahmende Idealgestalt, der beste aller Menschen – wen wundert es – folgerichtig auch tagtäglich als Inspiration für die scheußlichsten Verbrechen in Deutschland und weltweit herhält, von denen die Medien nur die wenigsten aufgreifen und wo, wie wenn die Berichtenden und im Falle von Gerichtsurteilen dazu auch die Richter nicht ganz bei Trost seien, niemals ein Zusammenhang zwischen Schandtat und diesem schrecklichen Vorbild und nachzufolgenden „besten aller Menschen“ hergestellt wird? Warum nehmen die deutschen Gerichte nicht Anstoß an dieser Religion und entziehen ihr den Religionsstatus, solange sie sich nicht gewandelt hat und ihre Weltdeutung und Systembildung an unsere zivilisierte europäische Gesellschaft angepasst hat. In Art. 137(3) Weimarer Verfassung (Bestandteil des GG) heißt es: Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes.
Wie soll es innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetze unseres Landes möglich sein, dass in Deutschland ein Kinderschänder, Sklavenhalter, Vergewaltiger, Räuber, Mörder, Auftragsmörder, Massenmörder, Lügner, Betrüger und unverbesserlicher Kriegstreiber, der aufs Widerlichste zwischen Gläubigen und Ungläubigen diskriminiert, als nachahmenswerte Idealgestalt zum Vorbild von Bürgern dieses Landes erhoben wird? Und kein deutsches Gericht erhebt Einspruch!?
Stattdessen verfolgen die Deutschen Gerichte diejenigen, die dieses eigentlich Selbstverständlichste von Weltanschauungen und Religionen einfordern wollen: ihre barbarischen Erscheinungen an unsere zivilisierte Gesellschaft anzupassen, bevor sie als Religion anerkannt werden und deren Vorteile genießen können, wie im Fall Stürzenberger leider schon oftmals geschehen?!
An dieses heiße Eisen, das schon lange auf einen wahren, beherzten und mutigen Richter wartet, traut sich keiner von euch lieben Richtern heran. Doch auf das untadelige kleine Yoga Vidya kann man munter und gefahrlos draufeinschlagen. Yoga Vidya den Religions- oder Weltanschauungsstatus abzuerkennen, erfordert keinen Mut – nur Ignoranz, Überheblichkeit und Dünkel. Von daher wohl die Diskrepanz. Anders kann ich mir diese völlig unbegründete Diskriminierung von Yoga Vidya auf der einen Seite und die andere Ungeheuerlichkeit, die Immunerklärung der angesprochenen religiösen Bewegung mit der Idealisierung und dem Aufruf zur Nachahmung eines Schwerstverbrechers in unserem Land, nicht erklären!
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